Der Tongariro Nationalpark

Für unsere Zeit im Tongariro Nationalpark hatten wir Gott sei Dank gutes Wetter in Aussicht. Der Park ist der älteste Nationalpark Neuseelands.
Schon einige KM vor dem Tongariro Nationalpark begrüßte uns sein höchster Berg der Mt. Ruapehu mit seinem schneebedeckten Gipfel. Ein super schöner Anblick auf den 2797 m hohen Berg bei blauem Himmel und Sonnenschein. In der Touristeninfo “i-Site” in Ohakune hielten wir und informierten uns über die Gegend und vor allem über die Wanderwege im Tongariro. Der Nachmittag war schon fortgeschritten und eine Bleibe hatten wir auch noch nicht fest gebucht. Hier, wie in vielen stark touristisch belebten Regionen ist es so,  dass es kaum bis keine Freedom Camping Plätze gibt. Da ist man dann auf kostenpflichtige Campsites oder Holiday Parks angewiesen. Das freundliche Mädel in der Info hatte eine Empfehlung für uns, die sie direkt auch gleich für uns buchte. Die Unterkunft “The Crossing Backpackers” in Erua lag auf dem Weg nach Whakapapa, von wo aus unsere Wanderung starten sollte. Das Wetter war vielversprechend. Für den nächsten Tag sah es nicht so gut aus, daher wollten wir den Tag noch ausgiebig nutzen. Flux kauften wir noch ein paar Sachen im Supermarkt, machten an der Dumping Station den Camper flott und schon ging’s Richtung Unterkunft zum einchecken.

Für 32$ pro Nacht durften wir uns auf den Rasen vor einem riesigen Kamin (15 m hoch) stellen und alle Einrichtungen der Unterkunft nutzen. Da uns die Taranaki Falls ggfs. in Kombination mit dem Lower Tama Lake als Wanderziel für den restlichen heutigen Tag mehrmals empfohlen wurden, entschieden wir uns dafür. Die Wanderung kann bis zu 4 Stunden in Anspruch nehmen, daher machten wir uns auch gleich auf den Weg. Gesagt getan und schon ging’s auf zum Startpunkt der Wanderung.
Dank der Camper Mate App wussten wir schon im Vorfeld, dass in dieser Region einige Szenen von Herr der Ringe gedreht wurden. Daher stieg unsere Motivation die Umgebung kennenzulernen nochmal um einiges.
‎Whakapapa ist eine der angesagtesten Ski- und Wanderregion der Nordinsel. Daher gibt es dort auch einige Hotels. Wir fanden in der Nähe des Skotel Alpine Ressort einen kostenlosen Stellplatz, schmierten unsere Marschverpflegung, stellten das Wanderstöckchen bereit … und los ging’s zu den 3 km entfernten Wasserfällen und den in 7.3 km entfernten Gletschersee. Die Landschaft war ganz anders als bisher erlebt. Die Tracks verlaufen wunderschön über eine Hochebene mit vielen Stegen und den Bergen immer in Sichtweite.

Blick zum Mount Ruahepu

Die Landschaft ist geprägt von magmatischem Gestein, dichten Flechten und abgesengten erodierten Erdschichten. Einige kleine Bäche kreuzten unseren Weg bis wir nach 1 h beim Wasserfall ankamen. Schön hier… Hier konnte man etwas verweilen und Fotos machen.

Taranaki Falls

I‎n der Ferne sahen wir den Teil von Mt. Ruapehu, wo Frodo und Sam durch 2 Bergspitzen auf Mordor geblickt haben, jenem Gebiet das in LOTR von Sauron bewacht wird. Der Vulkan, in den Frodo den Ring werfen sollte, heißt in Wirklichkeit Mt. Ngauruhoe. Unser Blick schweifte immer wieder zu ihm hin,  darauf wartend, dass die letzten Gipfelwölkchen endlich seine Spitze enthüllen.

Blick zum Mount Ngaurohoe

‎Wir hatten es nun ca. 17:30 Uhr und noch 2 Stunden laut Wegweiser vor uns zum See. Also ging die Wanderung weiter zum Etappenziel. Immer wieder ging es leicht bergauf und dann wieder bergab. Ein Ziel war lange nicht zu sehen, geschweige dennoch zu erahnen.

Dann plötzlich eine Gabelung mit Wegweiser…10 min. bis zum See…juhuuu. WOOW … GIGANTISCH was die Natur mal wieder hier hergezaubert hat. Plötzlich steht man am Rande eines Krater – ähnlichen Areals und schaut auf den Lower Tama Lake herunter. Das ist wirklich beeindruckend. Tief blaues Wasser, einfach mitten in der Hochebene. Einfach toll.

Lower Tama Lake

Wir genossen die Aussicht, machten ein paar Fotos, stärkten uns ein wenig und machten einen Geocache. Ja, sogar hier am gefühlten Ende der Welt, dem fast absoluten Nichts, jenseits von jedweder Zivilisation befindet sich ein Geocache. Klasse, dachten wir. Und das Beste war, nach bereits 2 Minuten suchen, hatten wir ihn schon gefunden. Die Krönung unserer Wanderung sozusagen.

Da es bereits 19:00 Uhr war sputeten wir uns zurückzugehen, um noch im Hellen beim Auto anzukommen. Ab den Taranaki Falls nahmen wir diesmal den Lower Track (unteren Weg) zurück. Dieser führte uns durch Regenwald ähnliches Terrain und an vielen Geocaches vorbei, von denen wir 2 einfach so fanden ohne zu suchen. Kurz vor 21:00 Uhr kamen wir nach insgesamt 17 km am Auto wieder an und waren Stolz wie Bolle, diese Wanderung in Time geschafft zu haben. Müde und hungrig fuhren wir in die Unterkunft.

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1 Kommentar

  1. Roselore Zenker

    Das liest sich recht abenteuerlich. Aber landschaftlich wird hier wirklich in einem Ritt alles geboten , was die Natur so hergibt. Ist schon toll.

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