Für eine Zwei-Tagestour mit einem Segelboot verschlug es uns an den Bodensee. Organisiert wurde das Segel-Erlebnis von der SG Stern Abteilung Segeln. Neben dem Skipper und Co-Skipper war noch ein Pärchen gemeinsam mit uns an Bord. Wir waren alle Segelunerfahren und wollten mal einen Segelschnuppertörn machen. Gemeinsam reisten wir Freitagabend in Langenargen am Bodensee an und bezogen gleich unser Boot. Die Hanseat III ist eine schöne, gemütliche Segelyacht. Sie ist ca. 11 m lang, hat 3 Schlafkojen, eine Küche, ein Bad mit Toilette und ein schönes, großes geräumiges Deck.

Hanseat III

Yachthafen von Langenarge

Nach der Verteilung der Kabinen und dem Befüllen des Kühlschrankes gab es eine ausführliche Einweisung für uns. Diese beinhaltete nicht nur den Umgang mit dem Boot, sondern auch ein paar Sicherheitseinweisungen, die nicht ganz unerheblich auf einem Segeltörn sind. Zum anschließenden Abendessen ging es in das nahegelegene Restaurant Riedmann‘s, direkt am Wasser.

Start in Langenargen

Bevor wir Samstag ablegten, gönnten wir uns in einem kleinen Café ein ausgiebiges Frühstück. Anschließend ging es direkt raus aufs Wasser. Jeder hatte beim Ablegemanöver einen kleinen Part. Das war echt spannend. Es dauerte ein paar Minuten bis wir aus dem Hafen heraus waren, aber der erste Blick auf den Bodensee hinaus war einfach toll. Wir hatten einen strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. Zudem war die Temperatur einfach nur angenehm. Viele kleine Segeljollen waren draußen auf dem See und am Himmel flog ein Zeppelin. Schon dieser Anblick ließ uns richtig entspannen. Wer wollte konnte einfach relaxed die Füße hochlegen oder selbst mal ans Steuer gehen.

Blick auf den Bodensee

Rausfahrt aus dem Hafen Langenarge

Mittagspäuschen

Unsere Skipper erklärten uns einiges zum Umgang mit einem Segelboot und zeigten uns einige der bekanntesten Seemannsknoten. Sie zeigten uns weiterhin wie die einzelnen Segel gehisst werden und was man alles tun muss, um überhaupt segeln zu können. Leider hatten wir an diesem Tag zu wenig Wind um wirklich Segeln zu können. Daher fuhren wir die meiste Zeit mit dem Motor nach Konstanz.

Mein persönliches Highlight auf diesem Abschnitt war das „Mann über Bord“ – Manöver. Nach einer kurzen Einweisung durfte ich dieses Manöver mal selber fahren. Dazu übernahm ich das Steuer und fuhr uns ein wenig über den See. Irgendwann warf dann einer der Skippper einen Fender weit über Bord und rief: „Mann über Bord“. Dann musste ich das Boot sofort wenden und mich dem Fender von hinten langsam nähern, damit ihn jemand mit einem Haken herausfischen konnte. Das war sehr spannend und aufregend. Gott sei Dank klappte das Manöver auch sofort. 🙂

Nach knapp der Hälfte der Strecke wechselte ich mich mit einem unserer Mitfahrer ab, setzte mich aufs Deck und genoss die Aussicht. Es war so entspannend, dass ich sogar fast einschlief. Die gefühlte Freiheit war fast wie eine halbe Woche Urlaub. Ein weiteres Highlight war unser Badestopp mitten auf dem See. Das war so schön und erfrischend. Bis auf 2 Leute sprangen wir alle ins kühle Nass und genossen die Erfrischung ausgiebig.

Erfrischung im Bodensee

Sicht zum Boot

Anlegen und Übernachten in Konstanz
Blick auf Konstanz

Blick auf Konstanz

Hafeneinfahrt von Konstanz

Hafeneinfahrt von Konstanz

Nach ca. 5-6 Stunden auf dem Wasser fuhren wir in den Hafen von Konstanz ein. Dort muss zunächst jeder mit seinem Boot direkt zum Anleger vom Hafenmeister. Ihm ruft man dann seine Bootsmaße zu und er nennt im Gegenzug dafür einen Anlegeplatz, wo man mit seinem Boot anlegen kann. Wie ein Parkplatzeinweiser. Nur für Boote. Wir bekamen direkt neben dem Steg vom Hafenmeister einen Platz und konnten ihn bei seiner Arbeit beobachten. Das war wirklich sehr spannend. Sobald mal ein Boot einfach so an ihm vorbeifuhr, pfiff er ihnen energisch hinterher und rief sie zurück. Das war besser als Fernsehen. Nach einer kleinen Pause an Bord gingen wir wieder an Land und schauten uns Konstanz an. Wir waren schon ein paar Male hier, aber es ist immer wieder sehr schön in den kleinen Gassen.

Konstanzer Innenstadt

Konstanzer Innenstadt

Nach unserem Spaziergang und einem leckeren Eis, ging es zurück an Bord. Jetzt hatte jeder Gelegenheit dazu sich frisch zu machen, bevor es zum Abendbrot in die „Tolle Knolle“ ging. Wie schon in Langenargen, gibt es auch im Hafen von Konstanz hygienische Einrichtungen für die Segler. Toiletten, Duschen und sogar eine Küche war da.

Das Essen in der “Tollen Knolle” war sehr lecker und das Ambiente sehr gemütlich. Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang ging es noch für ein Absacker-Bierchen in den Biergarten der Hafenhalle direkt an unserem Anlegesteg.

Die Nacht an Bord war sehr angenehm und ich schlief wie ein Stein.

Meersburg und die Rückfahrt

Der nächste Morgen begrüßte uns auch wieder mit strahlend blauem Himmel.

Hafen in Konstanz

Hafen in Konstanz

Unser Boot

Unser Boot

Nach unserem Frühstück ging es für uns weiter nach Meersburg. Auch an diesem Tag hatten wir wenig Wind, sodass wir mit dem Motor bis nach Meersburg fuhren. Knapp 1 Stunde später legten wir dort im Hafen an.

Anfahrt von Meersburg

Anfahrt von Meersburg

Hafen von Meersburg

Hafen von Meersburg

Meersburg mit dem Staatsweingut

Meersburg mit dem Staatsweingut

Ausfahrt vom Meersburger Hafen

Ausfahrt vom Meersburger Hafen

Das Anlegemanöver war spektakulär, da wir keinen einzelnen Liegeplatz hatten, sondern an der Mauer anlegen mussten. Unsere Skipper blieben an Bord und wir schauten uns, mit den anderen Pärchen zusammen, Meersburg an. Auch hier waren wir bereits vor Jahren einmal. Das Örtchen hat sich nicht verändert und ist immer noch genauso so urig und gemütlich wie vor 8 Jahren. Nach einem leckeren Eis, einem Stadtrundgang und ein paar Einkäufen ging es nach 2 Stunden zurück an Bord.

Tatsächlich hatten wir jetzt auch ein wenig mehr Wind. Wir stellten den Motor ab und hissten alle Segel. Und tatsächlich konnten wir nur mit dem Wind fahren. Wir kamen sogar in die Schräglage. Das war aufregend. Nach ca. 3 Stunden kamen wir wieder im Hafen von Langenargen an und unser kleiner Wochenendtörn war beendet. Leider. Die Route war für ein kurzes Wochenende wirklich schön und lohnenswert.

Unsere Route

Unsere Route

Nach dem Ausräumen des Bootes ging jeder nochmal duschen, bevor es mit dem Auto zurück nach Karlsruhe ging. Das Wochenende war wirklich toll und spannend. Die 2 Tage waren wirklich wie Urlaub. Man konnte richtig abschalten und wir bekamen einen kleinen Einblick in den Segelsport. Absolut empfehlenswert.

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