Tandemflug Paragleiten im Montafon (Vorarlberg / Österreich)

Paragleiten in winterlicher Kulisse

Heute möchte ich euch kurz von einem ganz besonderen Erlebnis, einem Tandemflug Paragleiten, berichten. Während unseres Winterurlaubs im Montafon hatte ich die Gelegenheit einen Tandemflug mit Werner Burger zu machen. Noch wenige Tage zuvor hatten wir uns, mein Mann und ich, darüber unterhalten, dass ich so etwas gern mal ausprobieren würde. Wie durch Zufall trafen wir an einem unserer Snowboardtage, vor der letzten Talfahrt, auf Werner Burger, der gerade dabei war seinen Schirm einzupacken. Eigentlich wollten wir nur nach einem Flyer und Infomaterial fragen, doch er meinte, dass er noch einen Flug runter ins Tal machen würde und die Wetterbedingungen an diesem Tag perfekt seien. Wir hatten blauen Himmel, Sonnenschein und die Thermik war hervorragend. Also wenn nicht jetzt, wann dann. Nach ein paar ermunternden Worten von meinem Mann, hatte ich mich dann doch schnell und spontan entschieden es zu machen.

Die Vorbereitung

Wir starteten mit dem ausbreiten des Schirms und dem Auslegen der Leinen. Wahnsinn wie viele Leinen da dran sind. Dann bekam ich einen Sitz umgeschnallt und wurde am Piloten festgegurtet. Ein kurzer Hinweis seinerseits, dass der Start eventuell nicht gleich auf Anhieb klappt, löste ein wenig Unbehagen bei mir aus. 🙂

Meinen Snowboardhelm behielt ich auf und mein Snowboard bekam in der Berghütte Bella Nova ein kostenloses Übernachtungsquartier. Der Wirt kannte das Verfahren bereits und brachte mir und meinem Mann dann noch einen Schnaps zur Beruhigung. 🙂

Mein Mann, der mindestens genauso gespannt war wie ich, bewaffnete sich mit der Kamera und stand in den Startlöchern für ein “abgehobenes” Fotoshooting. Werner machte vor dem Abflug mit seiner GoPro noch ein paar Selfies von uns.

Vor dem Start zum Tandemflug mit Werner Burger

Unsere Flugroute: Wir starteten oben an der Berghütte Bella Nova (2100 m), stiegen dann noch auf ca. 2400 m hoch und landeten schlussendlich im Valisera Tal, in der Nähe der Talstation, auf einer Wiese.

Der Start

Nach der Erläuterung der Flugroute ging es auch schon los. Werner auf Skiern, ich zu Fuß, gab er das Kommando zum Loslaufen. Und ich rannte was das Zeug hielt. Es dauerte keine 10 Sekunden bis ich den Boden unter den Füßen verlor und wir uns in der Luft befanden. Das Gefühl des Abhebens war unbeschreiblich interessant. Ich kann gar nicht genau in Worte fassen, was das für ein Gefühl war. Es war einfach faszinierend und die Aussicht der absolute Wahnsinn. Ich empfand den ganzen Flug als einfach nur ungeheuerlich spannend.

Nach ca. 5 Minuten Flug meinte dann mein Pilot, dass ich lenken muss. Klar, sonst kann er ja keine Fotos und Videos machen. Das erhöhte meinen Herzschlag dann nochmal kurzzeitig. Er erklärte mir kurz, wo ich anfassen muss und wie ich lenken kann. So wurde ich vom Passagier zum Piloten befördert. Ich hätte nie gedacht, dass es so einfach ist. Unser Flug war sehr ruhig, weil die Thermik an diesem Tag sehr gut war. Zum Teil hatte ich das Gefühl, dass wir einfach nur in der Luft an einer Stelle standen. Das langsame, leise Schweben und die Aussicht auf das Alpenpanaroma waren sehr entspannend. Ich fühlte mich zu keiner Zeit unsicher und genoß  den Flug einfach nur. Werner machte ein paar Fotos von uns und gab mir Anweisungen, wann ich wohin lenken musste.

Nach ca. 15 Minuten Flug fragte mich Werner, ob ich gern Achterbahn fahre. Wer mich kennt, der weiß … das konnte ich mit einem strahlenden Lächeln und einem selbstbewussten “Ja” beantworten. Daraufhin erzählte er mir, dass wir ein paar Kreise (Achten) drehen könnten, wenn ich das möchte. Die Entscheidung fiel mir leicht. Wenn ich schon mal hier oben hänge, dann können wir das auch noch machen. Gesagt, getan. Er zog kräftig an den rechten Leinen und schon drehten wir uns sehr stark rechts herum im Kreis. Die Zugkraft war echt heftig. Das war ein tolles, aufregendes Gefühl. Das Ganze geht natürlich auch links herum. 🙂

Die Landung

Nach ungefähr 20-25 Minuten war der Flug dann leider schon wieder vorbei und ich war froh, dass ich mich dafür entschieden hatte. Es war ein absolut, unvergessliches Erlebnis. Die Landung ging auch ganz unkompliziert von statten. Ein kurzer Lauf von 5 Schritten und schon hatte ich den Boden unter den Füßen zurück. Wir haben dann alles gemeinsam zusammengepackt und sind zur Talstation der Valisera Bahn gelaufen. Mein Mann war schon da und hat uns freudig in Empfang genommen. Gemeinsam haben wir uns dann, bei einem Bierchen, die Bilder und das Video angeschaut. Das anschließende Gespräch mit Werner war ebenso interessant, wie schon der Flug zuvor. Für mich war es ein unvergessliches, luftiges Abenteuer. Das kann ich jedem, der keine Höhenangst hat, durchaus empfehlen. Wer sich mehr über einen Tandemflug Paragleiten im Montafon informieren möchte, sollte unbedingt mal auf der Webseite Flying for 2 – Paragleiten Montafon vorbeischauen. Für ein paar erste Eindrücke, könnt ihr euch gern mein Video vom Flug anschauen. Viel Spaß dabei!

 

 

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1 Kommentar

  1. Roselore Zenker

    Es ist einfach unglaublich. Nicht geplant und doch sofort nach Angebot umgesetzt, ist schon eine reife Leistung und erfordert sicher auch viel Mut. Der gigantische Ausblick entschädigt dann sicher auch für einige Bedenken. Das ist schon unvergesslich und das kann man sich nach diesen Bildern sehr gut vorstellen. Toll gemacht.

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