UX-Day in Mannheim

Am 10.10.2017 fand die alljährliche UX-Day Konferenz in der ‚Alten Feuerwache‘ in Mannheim statt. Über 16 Vorträge und drei Workshops rund um die Themen Digitale Strategie, Marketing, E-Commerce sorgten bei den Teilnehmern für extrem viel kreativen und fachlichen Input. Neben den teils 25-minütigen Impulsvorträgen bestand ebenfalls die Möglichkeit des Networkings und Austausches mit anderen Teilnehmern, die in ganz unterschiedlichen Branchen arbeiten und aus ganz Deutschland angereist waren. Essen und Trinken waren für den gesamten Tag in dem Ticketpreis enthalten.

Dean Johnson – We are the Human Machine Interface

Zwei Themen waren auf dem UX-Day für mich besonders interessant:

HoloLens – just a hype or real epic shit?

VR / MR / AR – where´s the difference? (Alexandra Mennes, Microsoft Deutschland GmbH)

Dieser Vortrag entführte die Teilnehmer in die virtuelle Welt der sogenannten HoloLens. Es wurden aktuelle Beispiele und Anwendungsszenarien aus der Industrie und aus dem Gaming Bereich vorgestellt, wo Mixed Reality Anwendungen eingesetzt werden. Bestandteil war ebenfalls der Einblick, wie ein HoloLens Projekt entsteht und welche fachlichen Expertisen für ein erfolgreiches Mixed Reality Projekt notwendig sind.

Die HoloLens sind keine reinen VR oder AR Brillen. Sie setzen auf Mixed Reality Technologie. Das bedeutet, dass die Umgebung zu einer gemischten Realität wird. Die eigene Wahrnehmung der Umgebung wird mit einer künstlichen (computererzeugten) Wahrnehmung vermischt. Interaktive 3D-Projektionen können in der direkten Umgebung dargestellt werden. Sie überlagern somit die eigene Realität. Die normale, natürliche Realität wird somit zu einer erweiterten Realität.

Sie funktionieren ohne Smartphone oder einen Rechner. Gesteuert werden die Microsoft HoloLens über Gesten, Sprache und Kopfbewegungen. Eine ganz besondere User Experience bietet zudem die Audio-Wiedergabe während der Steuerung der HoloLens. Diese gibt dem Nutzer zusätzlich das Gefühl in seiner normalen Realität zu sein.

Neben dem Vortrag bestand zudem direkt vor Ort die Möglichkeit diese Technologie mal auszuprobieren. Ich persönlich war sehr begeistert von der Performance, der technischen und grafischen Umsetzung sowie der Leichtigkeit dieser Brillen. Letzteres kann natürlich nur bei einer längeren HoloLens Session beurteilt werden. Ich hatte die Brille ca. 5 Minuten auf und dabei kam sie mir nicht unangenehm auf dem Kopf vor.

Hier (Quelle: YouTube) bekommt ihr mal einen tollen Einblick darin, was diese Brillen so alles können:

Bye-Bye Photoshop? 

Reshape the Digital Design Process (Fabian Ziegler, Team23 GmbH)

In diesem Vortrag stellte Fabian Ziegler viele unterschiedliche Design- und Prototyping Tools vor, die nicht nur für die Designer geeignet sind, sondern auch ein kollaboratives Arbeiten mit den Entwicklern und Kunden erlauben. Die Zusammenarbeit zwischen diesen Schnittstellen wird somit nicht nur effektiver, sondern auch effizienter. Dabei brachte er Beispiele aus dem Designprozess seiner Agentur Team23. Dort setzen sie vorwiegend auf Werkzeuge wie Sketch, InVision, Zeplin, Framer und Co.

Mit Hilfe einiger dieser Tools können automatisiert Styleguides erstellt, Bibliotheken generiert und automatisch Content befüllt werden.  Der Design-Workflow wird somit um einiges strukturierter.

Abschlusswort

Interessant sind auch die angebotenen Workshops. Ich besuchte den Visual Pitching Framework Workshop von SAP. Zwei UX Designerinnen von SAP gaben dabei einen kurzen Einblick in den Pitching Prozess. Weiterhin präsentierten sie Beispiele dafür, wie man diesen visuell interessanter und ansprechender abbilden kann. Anhand von kleineren Aufgaben sollten sich dann die Workshop Teilnehmer aktiv beteiligen. Eine Aufgabe war dabei, sich selbst visuell, mit Hilfe von Grafiken vorzustellen. Diese eine Stunde Workshop war sehr kurzweilig, aber ungemein effektiv.

Insgesamt lohnt sich der UX-Day für alle, die Interesse an UX Design und innovativen Themen haben. Ich kann es nur jedem empfehlen einmal daran teilzunehmen. Er findet jedes Jahr in Mannheim statt und ist mit 200 € nur für den Konferenztag recht teuer, aber wer ein Early Bird ist, bekommt das Ticket schon für 100 €.

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1 Kommentar

  1. Roselore Zenker

    Wow,selbst für einen Outsider ist der Artikel interessant und sehr gut verständlich geschrieben. Eine solche Entwicklung in der virtuellen Welt ist einfach faszinierend. Danke für den tollen Beitrag.

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